CE, RoHS, FDA: Der vollständige Leitfaden zu Qualitätszertifizierungen für B2B-Importe
Die meisten Fragen, die Käufer zu Zertifizierungen stellen, setzen an der falschen Stelle an. Hier erfahren Sie, was der europäische, nordamerikanische und Golf-Zoll tatsächlich an der Grenze prüft.

Die Zertifizierung, die der Zoll tatsächlich prüft
Käufer fragen uns hundertfach im Jahr: „Hat dieses Produkt CE?" Die ehrliche Antwort: CE-Kennzeichnung ist in einigen Kategorien eine Selbsterklärung des Herstellers, in anderen jedoch eine drittgeprüfte Zertifizierung. Der Zoll in Rotterdam prüft die Konformitätserklärung (DoC) und die technische Dokumentation – nicht den Aufkleber.
EU-Markt: Der vollständige Zertifizierungsrahmen
Für die meisten B2B-Konsumgüter, die in die EU eingeführt werden, müssen beim Zoll drei Dokumente vorliegen:
- Konformitätserklärung (DoC). Der Hersteller erklärt, dass das Produkt alle geltenden EU-Vorschriften erfüllt.
- Technische Dokumentation. Konstruktionszeichnungen, Prüfberichte, Rohstoffzertifikate. Wird vom Hersteller 10 Jahre lang aufbewahrt.
- Zertifikat einer benannten Stelle (sofern erforderlich). Für PSA, Medizinprodukte, Maschinen und bestimmte Elektrogeräte.
Lebensmittelkontakt – die Vorschrift, die alle unterschätzen
Für Produkte aus Kunststoff, Keramik oder Edelstahl, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gilt EU-Verordnung 10/2011:
- Prüfung der spezifischen Migrationsgrenzen (SML). Kosten: €300–€800 pro SKU in einem akkreditierten Labor.
- Konformitätserklärung für Lebensmittelkontaktmaterialien (DoC-FCM). Muss spezifische Lebensmittelarten ausweisen.
So erkennen Sie gefälschte Zertifikate
Drei Muster, die wir regelmäßig aufdecken:
- Ausgestellt von einem nicht anerkannten Labor. Nicht durch ILAC akkreditiert. Der Zoll gleicht Zertifikate mit der ILAC-MRA-Liste ab.
- Abgelaufen, aber nicht ungültig gemacht. Zertifikat aus 2019 wird 2024 verwendet.
- Falsche Produktvariante. Das Zertifikat bezieht sich auf Modell A, der Lieferant liefert jedoch Modell B.



