Handelspolitik

Freihandelsabkommen mit der Türkei: Wo Käufer wirklich sparen

Die Türkei unterhält Freihandelsabkommen und Zollunionen mit 22 Volkswirtschaften – doch nur sieben davon bieten echte, planbare Zolleinsparungen für die Waren, die B2B-Einkäufer tatsächlich beziehen.

Samet Avşaroğlu · Finance & Trade Compliance5. Mai 2026 7 Min. Lesezeit
Freihandelsabkommen mit der Türkei: Wo Käufer wirklich sparen

Das Gesamtbild

Die Türkei betreibt eine Zollunion mit der EU (seit 1995) sowie bilaterale Freihandelsabkommen mit 22 weiteren Volkswirtschaften. Allerdings führt nicht jedes Abkommen automatisch zu einem Zollvorteil für Ihren spezifischen HS-Code.

EU-Zollunion: der entscheidende Faktor

Im Rahmen der EU-Türkei-Zollunion werden Industriegüter mit entsprechenden Ursprungsnachweisen in beide Richtungen zollfrei abgewickelt:

  • Kunststoff-Küchenartikel (HS 3924.90): 6,5 % EU-MFN-Zoll → 0 % mit A.TR
  • Porzellan-Tafelgeschirr (HS 6912.00): 12 % MFN → 0 % mit A.TR
  • Haushaltsartikel aus Glas (HS 7013.41): 11 % MFN → 0 % mit A.TR
Bei einer Porzellanbestellung im Wert von $50.000 entspricht die Zollersparnis von 12 % = $6.000 pro Container.

Die sieben Freihandelsabkommen mit echtem Sparpotenzial

LandTypische Ersparnis bei Küchenartikeln
EU (27)6,5–12 %
Vereinigtes Königreich6,5–12 %
EFTA (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein)4–10 %
Israel6–11 %
Ägypten8–15 %
Marokko7–14 %
Südkorea5–8 %
## Die Golfstaaten-Falle

Die Türkei verfügt über kein Freihandelsabkommen mit Saudi-Arabien, den VAE, Katar oder Kuwait. Importe unterliegen den vollen GCC-MFN-Zöllen (in der Regel 5 %) zuzüglich Mehrwertsteuer.

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